Pfützenlied

Das Wetter welkt in grauem Schmutz.
Der Pinien brauner Krönungsputz
Sinkt ab wie alle Königsmützen
In graue Pfützen.

Und was mißliebig
Zynisch wie Kometenhohn geschweift
Und was ergiebig
Wohlgeraten und gereift,
So gut wie Bürgers warme Grützen,
Fällt in die Pfützen.

Und ist da nichts so ohnegleichen,
Daß es nicht abfault mit den Leichen.
Gott selbst vermag sich nicht zu schützen
Vor den Pfützen.

Robert Kowalski - Die Welt der Gerichtsbarkeit

Die Welt der Gerichtsbarkeit und die von ihr implizierten Reflexionen beim dichtenden Juristen Albert Drach

 

Albert Drach (1902–1995), der Schriftsteller und Rechtsanwalt aus Mödling bei Wien, hat sich lebenslang beruflich, literarisch und privat mit dem Kosmos der Justiz auseinander gesetzt. Diese künstliche Konstruktion der Zivilisation hat ihm aller Wahrscheinlichkeit nach manche transzendenten Ansätze offenbart, das heißt eine Sphäre, die weit über den nüchternen Gegenstand einer Verhandlung oder der gerichtlichen Protokolle hinausgeht. Drachs Kindheit und Jugend fallen noch mit der ausgehenden Ära des Habsburgerreiches zusammen. Das Leben in der Ersten Republik, im französischen Exil und in der Zweiten Republik bedeuten weitere Stationen, wobei die Arbeit in der Anwaltskanzlei viele Etappen des Lebens prägt und ständig umspannt.

Die langsame Aufnahme des dichtenden Rechtanwalts in den Parnass der österreichischen Literatur bildet dagegen ein einzigartiges Kapitel und sie dokumentiert zugleich das Erscheinen einer Größe, der man erst nach und nach gerecht werden konnte. Die Wiederentdeckung dieses österreichischen Autors durch den Konstanzer Germanisten André Fischer[1] hat eine neue Epoche eingeleitet, in der Drachs Werke nicht mehr marginalisiert werden. Der Büchner-Preis vom Jahr 1988 bestätigt die Position des Schriftstellers in der literarischen Landschaft der Nachkriegszeit.[2]

            Die Auseinandersetzung des Schriftstellers mit dem Machtgebiet der Gerichtsbarkeit erreicht ihren Höhepunkt in zwei Romanen, die im Protokollstil verfasst sind und schon bei der ersten Lektüre eine Aura der Absurdität vermitteln. Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum präsentiert das Schicksal eines jungen Juden aus Brody in Ostgalizien, der in der Zeit des ersten Weltkrieges Zuflucht suchte und in die Region bei Wien gelangte. Der Chassid Schmul Leib Zwetschkenbaum wird dort bald verhaftet, weil er des Diebstahls bezichtigt wurde. Fortan erfährt er die Welt der Gerichte, Gefängnisse und Irrenanstalten.  Die Problematik des Romans Untersuchung an Mädeln lässt sich dagegen kurz mit folgenden Sätzen zusammenfassen:

[…] es werde ein Mord behauptet, bei dem eine Leiche gar nicht vorliege. Zwei Mädel hätten diesen gemeinsam ausgeführt und sich dabei eines Wagenhebers bedient […]. Da die Leiche fortgeschafft oder zumindest abwesend wäre, suchte man Gefälligkeitsmittäter im unmittelbaren Bekanntenkreis der Mädel. […].[3]

Die beiden attraktiven Autostopperinnen Esmaralda Nepalek und Stella Blumentrost, die der sexuellen Misshandlung entgehen wollten, geraten bald wehrlos, genauso wie Zwetschkenbaum, in die Labyrinthe der Justiz. Albert Drach setzt jedoch dem bedrückenden Geschehen im Gerichtssaal, das von ihm sehr präzise geschildert wird, einen Kontrapunkt entgegen: das Potential der Rechtsprechung wird im Text absichtlich so groß modelliert, um letztendlich zu einem die Figuren entlastenden Resultat zu gelangen. Denn der Schriftsteller hat gerade seine unkonventionelle Methode im Rahmen einer eigenen Poetologie entwickelt, um die Wahrheit über die dargestellten Personen herauszuschälen. Eva Schobel betont einen besonderen Aspekt: Gerichtsprotokolle sollen üblicherweise wertfrei sein, doch Drach protokolliert gegen seine Helden. Seine zur Literatur gewordenen Protokolle sind somit tendenziös.[4]  In seinem Herzen nimmt er heimlich Partei für seine Protagonisten, aber er sammelt und behandelt zugleich alle Argumente gegen sie.[5] Das Kriminalprotokoll Untersuchung an Mädeln wie auch Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum sind eine deutliche Realisierung dieser durchdachten Strategie des Autors. Der Schriftsteller hat sich hierzu in einem Interview geäußert:

Man kann nur dann zugunsten eines Menschen wirken, wenn man alles das darstellt, was gegen ihn spricht und aus all dem, was gegen einen Menschen gesagt wird, folgert, was für ihn vorliegt. Denn in Wirklichkeit schreibt nicht nur das Amt, sondern das Leben gegen den Menschen, und nur der billige Autor suggeriert den anderen, die ihm zuhören oder die ihn lesen, eine bestimmte Einstellung. […][6]

In den beiden Romanen wird in der Tat gegen Stella Blumentrost, Esmaralda Nepalek und gegen den jungen Talmudschüler geschrieben, so wie es das Konzept von Drach voraussetzt. Der Autor ergänzt noch das Bild seiner eigenen Taktik in einem Brief an André Fischer:

Ich glaube, dass ich eine neue Position bezogen habe, wenn ich in der Epik alles Falsche und Schlechte zusammentrage, was gegen einen Menschen gesagt werden kann, damit er am Schluss Gelegenheit hat, sich seiner inneren Folgerichtigkeit gemäß zu behaupten oder zugrunde zu gehen. Er ist dann nicht verloren gegangen, wenn ein Licht von ihm übrig bleibt.[7]

Die Literaturkritik betont ebenfalls die Tatsache, dass in den Drachschen Werken gerade die „andere“ Wirklichkeit von Bedeutung ist, die scheinbar zurücktritt. Es kommt in den protokollierten Romanen darauf an, wie <s>es </s>Wolfgang Preisendanz bemerkt, „dass es die Untertöne sind, die zuletzt den Ton angeben.“[8]  Der präzise dargestellte Justizapparat mit seinen Akteuren wird bei Drach zum Thema, aber zugleich gilt, wie Alfred J. Noll schreibt:  „alles Evidente im Kunstwerk verweist auf  Nichtevidentes.“[9]  Aus strategischen Gründen muss der Leser die tiefer liegende Dimension der konkreten Darstellung entbehren, wird aber zugleich auf sie aufmerksam gemacht. Bei Drach folgt ein Ereignis dem anderen unkommentiert. Eine spezifische Kälte ist dabei vorherrschend. Doch diese Abfolge lässt an ein zu entwerfendes Geschehen denken, das der unmittelbaren Lese-Erfahrung widerspricht.[10]

Die konkrete Darstellung des Prozesses, der vielen Missstände und des böswilligen Kalküls innerhalb der gerichtlichen oder amtlichen Praxis erlaubt in Drachs Texten oft Bezüge auf eine Metaebene. Dabei kann eingesehen werden, dass es sich nicht nur um das Gericht, ein kompliziertes Verfahren handelt. Es geht parallel um die Möglichkeit einer Erprobung, einer Revision menschlicher Existenz. Die Gerichtsbarkeit, das Motiv einer Instanz liefern dafür den brauchbaren Hintergrund und ein vom Erzähler, dem Protokollführer, genau definierter Rechtsfall bietet noch einen breiten Raum für diesbezügliche zusätzliche, oftmals nötige Ergänzung. Der Autor Drach konstruiert also im Rahmen seiner Romane ein Szenario, um die versteckte Logik mancher peinlichen Erfahrung des Menschen literarisch zu zeigen.

In den beiden genannten Romanen wird die Kontinuierlichkeit des gewohnten Lebensstils aller Hauptfiguren ins Schwanken gebracht. Dabei ist die Tatsache wichtig, dass die bisherige Existenz von Stella, Esmaralda und Schmul alle Anforderungen ihrer persönlichen Weltsicht, ihres bewussten, überzeugten Gestus gegenüber der Wirklichkeit, erfüllt. Der junge Chassid befolgt zudem alle Richtlinien seiner Religion. „Sodann habe er [Zwetschkenbaum-- R.K.] den großen Gott zum Zeugen angerufen, wie schön diese Welt sei […].”[11] Der junge Talmudschüler sitzt im Schatten des Baumes, bewundert die Welt und ist glücklich. Er sah dabei sogar die Blumen beten.[12] Auf dem Weg zur Landesirrenanstalt ist Zwetschkenbaum noch überzeugt: „Gott meine es sicher mit den Menschen gut, allein die Menschen begingen Fehler“.[13] Sein positives Weltbild wird noch am Anfang des Romans ununterbrochen bestätigt: Er „habe sich […] während der ganzen Fahrt in Bewunderung mit der durchaus armseligen Landschaft beschäftigt […]”.[14] Die beiden Mädel hingegen erheben ihrem Alter entsprechend eine Forderung nach Freiheit, die ihrem Gewissen gemäß ist. Dafür wäre Kleists Kommentar zutreffend: 

Gott, mein Vater im Himmel! Du hast dem Menschen ein so freies, herrliches und üppiges Leben bestimmt. Kräfte unendlicher Art, göttliche und tierische, spielen in seiner Brust zusammen, um ihn zum König der Erde zu machen.[15] 

In allen Fällen scheint also eine gewisse „Korrektheit“ gesichert zu sein, eine beträchtliche Dosis Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, gegenüber dem Konstrukt der jeweils eigenen Ethik. Die Harmlosigkeit, die die Figuren am Anfang noch genießen, löst sich unweigerlich auf; dies vollzieht sich in einem abgelegenen, kleindimensionalen Raum, der sonst nicht als bedenklich gelten könnte. Zwetschkenbaum wird nah an einem Obstbaum, auf dem Lande beschuldigt. Stella und Esmaralda verwickeln sich dagegen in eine komplizierte Geschichte, die ihren Anfang am Wald, abseits von der Autobahn und in der Dunkelheit hat. Derartige Kulissen betonen die Tatsache, dass der Eingriff einer anderen Wirklichkeit unerwartet war, zumal es für ihn keine rationalen Gründe gab. Über diese Phase, in der die Katastrophe ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, schreibt auch Hans Magnus Enzensberger und bestätigt zugleich das universale Prinzip: „Das war der Anfang./ Der Anfang vom Ende/ ist immer diskret.“[16]

            Zur Verhaftung der Hauptfiguren, dem folgerichtigen Auftreten der Gerichtsbarkeit lässt sich doch die Frage nach der Schuld assoziieren. Drach wählt in den beiden Romanen entsprechende Ereignisse, die im Weiteren die Erfahrung einer Grenzsituation erlauben, unter der nach Auffassung von Karl Jaspers ebenfalls Schuld zu verstehen ist.[17]

Walter Benjamin erinnert in seinem philosophischen Essay Schicksal und Charakter an das folgende Phänomen: „Das Recht verurteilt nicht zur Strafe, sondern zur Schuld.“[18] Er führt zugleich den Satz von Goethe an: „Ihr lasst den Armen schuldig werden […]”.[19] Zwetschkenbaum wird schuldig, weil er einige Früchte gegessen habe. Dem Juden, der vom Vollstreckungsbeamten und Gerichtsdiener Joachim Riegelsam als „ein armer Hund“[20] bezeichnet wurde, wird  zudem eine Schuld suggeriert, deren Herkunft tiefer liegt und die weitaus universeller erscheint. Der Protagonist beginnt seitdem jede Seite seiner Schuld zu erwägen. Er denkt nach und wird der Tatsache gewahr, dass es nicht nur um einige Zwetschken geht, sondern um eine beinahe metaphysische Verwicklung. Am Beispiel dieses Ostjuden wird sichtbar, dass das Recht den Menschen zu einer Schuld verurteilt, mit der er sich nach und nach zu identifizieren scheint und die sein Denken beeinflusst, genauso wie im Fall der beiden angeklagten Frauen in Untersuchung an Mädeln.

Die Drachschen Figuren werden einem neuen Gebinde von Fakten ausgeliefert, die unter anderem auch besagen, dass eine Rekurrierung auf gewisse altbekannte Normen versagen muss. Der Autor setzt dabei seine bittere Erkenntnis, „dass der nicht recht bekommt, der recht hat“[21], literarisch um. Ein kurzer Bezug auf seine Biographie kann dieses Verdikt auch schnell erklären.[22] Die Praxis in der Anwaltskanzlei, Exil, Enteignung, Ungerechtigkeit seitens der Literaturkritik dürften Drachs Scharfblick gegenüber dem Komfort imaginierter Lebensstabilität gewetzt haben. Sein grundsätzlicher Zweifel an der Möglichkeit von Gerechtigkeit zeigt sich oft in seinem Schaffen, wie zum Beispiel im Gedicht Der Rebelle: „[…] Und sah die Dinge nicht in Ordnung liegen / Und merkte auch, was Recht ist, hat nicht Macht […].“[23]

Die Ohnmacht der Helden gegenüber der Tatsache, dass sich das Rechte im Rahmen der Gerichtsbarkeit nicht durchsetzen kann, erscheint umso trostloser, wenn man sie mit manchen Ansätzen von Drachs privater Theologie verbindet. Im Roman Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum lässt er Rabin Nachman Perez konstatieren: „Denn Gott wirke durch wen er wolle, durch den Bösen ebenso wie durch den Guten.“[24] Die bösen Instanzen werden demnach zum geeigneten Instrument für die Zertrümmerung einer Existenz. Sie gehören dann offensichtlich zu einem Plan, der unwiderruflich gegen den Menschen gerichtet ist. Auf dieser Ebene der Diskussion wird klar, dass das Böse aus einem konkreten Programm nicht wegzudenken ist. Die ursprüngliche, natürliche Position der Hauptfiguren in ihrer Welt wird gegen Ende der Romane durchaus verletzt. Die frühere Konstruktion ihrer Selbstsicherheit muss zwangsläufig fallen, doch der Autor Drach lässt ein intaktes Zentrum übrig, das sich gegenüber einer hoch entwickelten Maschinerie behauptet hat. Um diese Tatsache aufzuzeigen, muss jeweils ein hoher Preis entrichtet werden, und zwar ein Verlust, ein Abschied vom Gewöhnten. Stella Blumentrost aus dem Roman Untersuchung an Mädeln lässt ihr früheres, fröhliches Leben weit hinter sich. Am Ende formuliert sie vor Gericht nur ein „Ich“[25], einen Rest ihrer Persönlichkeit, aber zugleich einen Triumph über die Welt der ungerechten Gerichtsbarkeit, über die Wortkaskaden der Redespezialisten von der Jurisprudenz. Ebenfalls triumphiert das Menschliche Zwetschkenbaums sogar über seine Unwissenheit gegenüber möglichen Fallen, in die man ihn oft lockt, obwohl er dem übermächtigen System auch nicht standhalten konnte.

Die Problematik der Schuld im Kontext Drachscher Figuren und des Gerichts erlaubt noch eine Spekulation, bei der die Frage nach der Schuld im Anschluss an den gesellschaftlichen oder historischen Hintergrund wichtig wäre. Auf Zwetschkenbaum, Stella und Esmaralda treffen einige der Attribute zu, die in der kollektiven Meinung oft den Außenseitern zugeschrieben werden. Eichendorffs bekannte Formulierung „Taugenichts“ kann schon einiges beschreiben und der Protokollführer greift im Roman Untersuchung an Mädeln eine Diktion auf, die in der Tat abwertend und dabei generalisierend wirkt:

Die Jugend taugt nichts, trägt eng anliegende Hosen und Röcke, die hoch über den Knien enden, stiehlt, notzüchtigt, mordet und findet nichts dabei […]. So ein Mädel und das zweite Mädel, das ihr den Wagenheber gegeben hat, ist Gegenstand einer Untersuchung, wie man sie an Mädeln macht, die nichtsnutz sind, weil sie kurze Röcke anhaben und hie und da wem was erlauben, […] die Gesellschaft war nie für die nichtsnutzigen Mädeln […].[26]

Die drohende Kollision dieser jungen Personen mit dem Nützlichkeitsprinzip, das von der Mehrheit scheinbar oder wirklich vorgelebt wird, betont Drach noch mit einem anderen Kommentar: „Denn die Gesellschaft glaubt nichts, was nicht nach den Regeln geht.“[27] Das bisher harmlose Leben der Mädel wird somit verpönt.

Hier zeigt sich eine Affinität zu einem anderen Text, und zwar zu Heinrich Bölls Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral[28]. Die vom deutschen Autor präsentierte Weltsicht eines Fischers, der sich mit geringem Fischfang begnügt, der die Ruhe seines Alltags genießt und an den potentiellen Möglichkeiten seines Arbeitsortes gar nicht interessiert ist, ist durchaus mit dem Lebensprogramm der Drachschen Helden verwandt.

Eine weitere Komponente des Falls Zwetschkenbaum erinnert an die historische Dimension seiner Geschichte. Im Roman Radetzkymarsch von Joseph Roth wagt Graf Chojnicki eine erschütternde These: „Diese Zeit will uns nicht mehr! Diese Zeit will sich erst selbständige Nationalstaaten schaffen!“[29] In Anlehnung an diese Sätze erscheint der Talmudschüler, ein Ankömmling aus dem nur mühsam definierbaren Osten, als lebendige Verkörperung eines schwierigen Schicksals, als eine Person, die wegen ihrer spezifischen Übernationalität dem aktuellen „stream“, dem neuen, nachhabsburgischen Modell nicht entspricht.

Albert Drach scheint die historisch geprägte Schuldhaftigkeit noch genauer erörtert zu haben als Roth, sodass dessen Auffassung ergänzt wird.  Auf den letzten Seiten des Romans erscheint Josef von Grzezinsky, der „Finanzmann“, der sich den polnischen Namen zugelegt hat, hinter dem sich allerdings Salomon verbirgt, der Bruder des Talmudschülers Zwetschkenbaum. Der Autor lässt somit zwei Brüder vor dem Bezirksgericht erscheinen, die einander nicht erkennen.  Josef von Grzezinsky trägt stolz auf seinem Rock das verbogene Kreuz, das Hakenkreuz heißt:

Was allerdings das Kreuz anlangte, nach dessen Wesen Bampanello gefragt hatte, meinte Grzezinsky, dass es Widerhaken aufweise, kraft derer die Gegner zerfleischt würden; denn es sei bekömmlicher, zu kreuzigen als gekreuzigt zu werden.[30]

Im zitierten Abschnitt wird der Verweis auf diejenigen deutlich, die in der Geschichte aktiv erscheinen, sowie auf jene, die passiv und demnach benachteiligt sind. Grzezinsky zeigt sich als Befürworter einer neuen Ideologie. Er glaubt, von ihr gut profitieren zu können. Der optimistische Bruder von Schmul Leib Zwetschkenbaum hat sich von seinem Judentum losgesagt und die Opfer- mit der Täterrolle getauscht. Dabei hat er sich den üblichen Umweg der Konversion zum Christentum erspart. Wenn ein Kreuz in Frage kommen soll, dann eins mit Haken.[31] Gefragt sind jetzt die Anpassungsfähigkeit und die reflexionsfreie Bejahung des kommenden, grausamen Systems. Es handelt sich hier offenbar um einen Widerpart des Chassiden aus Ostgalizien, um einen neuen Typus, der sich bald mit keiner Schuld belasten lässt.

Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum wird als einer der frühesten Texte verstanden, in dem auf die Möglichkeit einer jüdischen Täterschaft beziehungsweise Mittäterschaft bei der Judenvernichtung hingewiesen wird.[32] Bei Albert Drach war diese Problematik übrigens kein rein literarischer Diskurs, denn der Autor, ein guter Beobachter des Zeitgeschehens schrieb seinen Text bereits 1939 in Nice[33], d. h. im südfranzösischen Exil, und dieser Bezug zum historischen Hintergrund ist relevant. Sein Text wurde sogar zu einem prophetischen Buch erklärt.[34]

            Die scheinbar unauffälligen Details, die den Alltag im Gerichtssaal begleiten, dürften den Juristen Albert Drach zu mancher Überlegung angeregt haben. Er wusste, dass dieses Material auch literarische Qualität erlangen kann, im Roman Untersuchung an Mädeln findet man Beispiele für diese Aufmerksamkeit für das Alltägliche, die zu sinnträchtigen Schlüssen führt.

            Beim Verlesen der Anklageschrift sind die beiden Heldinnen in einer besonders miserablen Lage, doch an kleinen Einzelheiten tut sich ein unerwarteter Durchbruch im Geschehen kund:

Während nämlich die ältliche Schriftführerin tonlos las, blickten die beiden Angeklagten wie auf Verabredung, wenn auch eine solche nicht erweislich war, auf den Staatsanwalt, welcher die Verlesung mit skandierenden Kopfbewegungen und einem Zucken um den Mund innerlich mitverarbeitete, obwohl er die Anklageschrift doch offenbar kannte, zumal er sie ja verfasst, studiert und in einem Exemplare vor sich liegen hatte. Die beiden Mädel, die ihn ansahen, ernteten aber keinen Gegenblick.[35]

Das Zucken um den Mund des Staatsanwaltes von Staupbrenner erinnert sehr an eine Szene aus dem Aufsatz Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden von Kleist, in der auf das Zucken der Oberlippe von Mirabeau aufmerksam gemacht wird, das direkt mit dem „Umsturz der Ordnung der Dinge“[36] assoziiert wird. Heinrich von Kleist entwickelte in seinem Text eine eigene Theorie des Übergangs der Elektrizität[37], von einem Körper auf den anderen. Er erweitert zudem ihre Anwendung auf andere Bereiche des Lebens.[38] Kleists Auffassung dieses Übergangs verbindet sich außerdem immer mit einer Abänderung eines konkreten Zustandes oder sogar mit einem Durchbruch. Im Roman von Drach wird die physikalische Reaktion des Juristen zu einem wichtigen Signal, das einen wunden Punkt an der Macht der Gerichtsbarkeit voraussagt. Bald darauf meldet sich in der Tat ein anderer Verteidiger zu Wort, der die Schwächen in der Argumentation des Gerichts präsentiert und dadurch zugunsten der angeklagten jungen Frauen handelt.

    Üblicherweise ist eine Gerichtsverhandlung von der Nervosität der Befragten und dem Pathos der richterlichen Monologe gekennzeichnet. Im Roman Untersuchung an Mädeln lässt Albert Drach den Exmatrosen Harald Puppinger eine solche Atmosphäre gekonnt umkippen, und zwar mit Hilfe eines Mechanismus, der im Text folgendermaßen erfasst wird: „Wer aber einen Richter reizt, der fordert die Vorsehung heraus.“[39] Der befragte Matrose besteht groteskerweise darauf, dass der Richter für ihn einen Sitz herbeischafft:

[Puppinger-- R.K.] habe noch vor dem Dienst in der Marine, nach von ihm angeblich absolviertem Gymnasium, die Geschäftsordnung für die Gerichte in Händen gehabt und darin einen Satz gefunden, dass dem Zeugen, der sich außerhalb einer Verhandlung vom Richter vernommen finde, ein Sitz zukomme.[40]

Der unerwartete Verweis auf ein Detail bringt den Richter Mausgrub um „den Rest seiner Beherrschung.“[41] Puppingers unkonventionelle Auftritte und widersinnige Aussagen dekonstruieren die Welt des Juristen, dessen Leben bald darauf zusammenstürzt. Die Wirklichkeit der trockenen, genauen Gerichtsprozeduren wird vom Autor mit einem für sie fremden Impuls konfrontiert, der im vorher zitierten Satz als „Vorsehung“ erscheint und eine wenig verständliche, aber doch greifbare Gestalt erwünschter Hilfe bietet.

   Die Tatsache, dass Drachs Anhäufung von bloßen, protokollierten Fakten noch um eine zusätzliche Dimension erweitert wird, die ihrerseits die Frage nach dem Metaphysischen nicht außer acht lässt, kann ebenfalls an manche Deutung der Texte eines anderen Juristen erinnern: Franz Kafka. Für den Prager Autor werden Alltagsgegenstände, wie z.B. das Geld, die Börse oder Schreibmaschine zu völlig mystischen Dingen[42] und genauso auch die Welt der Gerichtsbarkeit.[43] Hermann Hesse sieht dagegen in den Werken des Prager Dichters keine zusätzliche Sphäre: „Kafkas Erzählungen sind nicht Abhandlungen über religiöse, metaphysische oder moralische Probleme, sondern Dichtungen. […] Kafka hat uns weder als Theologe noch als Philosoph etwas zu sagen, sondern einzig als Dichter.“[44]

            Problematisch wäre auch die eindeutige Diagnose, die Drachschen Bezüge auf die nicht-faktische Seite des Protokollierten seien als Metaphysik zu subsumieren. Ernestine Schlant weist darauf hin, dass der Jurist aus Mödling im Universum der Justiz keine Metaphysik sehe.[45] Für ihn bedeute das Recht einen Vertrag und auch ein Instrument zur Sicherung des existierenden Systems.[46] In Anlehnung daran lassen sich seine Texte sicherlich deuten, doch der Leser bleibt dann vom hintersinnigen Zentrum entfernt. Versteht man den Schriftsteller Albert Drach nicht als Metaphysiker, so muss man dennoch einräumen, dass die Wirklichkeit für ihn Impulse und besonders viele, oft sprechende Tatsachen geliefert hat, aus denen er etwas schließen konnte. Diese von ihm aufmerksam zusammengestellten Fakten erlauben es, von einer gewissen Transzendenz im Rahmen seiner literarisch präsentierten Welt zu sprechen. Im Schaffen von Kafka wird ein spezifischer Hang zum kleinen Detail sichtbar, wobei der große Zusammenhang nicht wahrgenommen wird. Das Ticken einer Uhr ist zum Beispiel wichtiger als ein Gewitter. Die kleinen Details symbolisieren aber den großen, katastrophalen Zusammenhang.[47] In den literarischen Werken von Albert Drach wird das Kleine, Einzelne in ähnlicher Weise zu einem Vorboten des neuen, oft unheimlichen Kontextes.       

 

Dr. Robert Kowalski, geb. 1971. Studien der Germanistik in Gdańsk, Wien und Heidelberg. Promovierte 2013 über das Schaffen von Albert Drach. Lebt als Universitätslehrer und Deutsch-Lektor in Gdynia (Polen). Wissenschaftlich interessiert an der neueren österreichischen Literatur und ihren Behrührungspunkten bezüglich der Philosophie und Ästhetik.

Email: kknjork@ug.edu.pl

 

           

 

 

   

  

 


[1] Es handelt sich um den wichtigen Artikel, nach dessen Veröffentlichung Drachs Schaffen mit großem Interesse rezipiert wird. Vgl. André Fischer: Die Eintracht des Vergessens. Der Fall Albert Drach oder die Schnellebigkeit des Literaturmarkts, in: Süddeutsche Zeitung, 11.08.1987.

[2] 1989 erhält der Autor noch den Manès-Sperber-Preis und 1993 den Grillparzer-Preis. Die Entscheidung der Darmstädter Akademie kritisierte dagegen Marcel Reich-Ranicki. Vgl. Marcel Reich-Ranicki: Lauter Unglücke. Zu den Preisen der Darmstädter Akademie, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.1988. Drachs Antwort auf die Einwände des Kritikerpapstes war lapidar und betonte unter anderem die Tatsache, dass es das Wort „Unglück“ im Deutschen nur in der Singularform gibt.

[3] Albert Drach: Untersuchung an Mädeln. Kriminalprotokoll, München/Wien 1991, S. 198.

[4] Vgl. Eva Schobel: Ich bin ein wütender Weiser. Ein Gespräch mit Albert Drach, in: In Sachen Albert Drach. Sieben Beiträge zum Werk, hrsg. v. Bernhard Fetz, Wien 1995, S.15. Im Gespräch mit Eva Schobel hat der Schriftsteller diese Ansicht selbst bejaht.

[5] Vgl. ebd., S. 16.

[6] Anna Zaschke: Hoffnung und Skepsis. Aus einem Interview, in: Der Bogen 23, München/ Wien 1988, o. S. Das Gespräch mit Albert Drach stammt aus dem Jahre 1975 und wurde von Anna Zaschke für den Saarländischen Rundfunk geführt.

[7] Es geht um den Brief von Albert Drach an André Fischer vom 26.01.1989. André Fischer: „Der Zynismus ist ein Anwendungsfall der Ironie.“ Zum Humor bei Albert Drach, in: Albert Drach, hrsg. v. Gerhard Fuchs und Günther A. Höfler, Graz o. J., S. 32f. (=Dossier Bd.8).                    

[8] Wolfgang Preisendanz: Die grausame Zufallskomödie der Welt. Laudatio auf Albert Drach, in: Büchner-Preis-Reden 1984–1994, hrsg. v. der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Stuttgart 1994, S.107.

[9] Alfred J. Noll: Die böse Justiz. Enttäuschungsreflexion bei Albert Drach. Eine Notiz, in: In Sachen Albert Drach. Sieben Beiträge zum Werk, hrsg. v. Bernhard Fetz, S. 71.

[10] Vgl. Ferdinand Schmatz: Zum Zeit-Begriff bei Albert Drach, in: In Sachen Albert Drach. Sieben Beiträge zum Werk, hrsg. v. Bernhard Fetz, S. 69.

[11] Albert Drach: Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum, München/Wien 1989, S. 8.         

[12] Vgl. ebd., S. 8 und 16.

[13] Ebd. S., 24.

[14] Ebd. Das kontemplative Leben von Zwetschkenbaum hat offenbar  nur wenige Chancen darauf, sich in der Welt zu behaupten. Drach macht auf ein anderes Gesetz aufmerksam, und zwar im Roman Unsentimentale Reise, wo er eine Episode zeigt, die den Burschen Henko betrifft. Bei einem Zirkusbesuch wird der letztere vom  Großvater belehrt und muss dabei die Herren beim Todessprung beobachten: „Siehst du, Henko, davon lebt man.“ Der Saltomortale-Henko lebt aber sein unernstes Leben und als er an der slowakischen Grenze einen Bauchschuss erhielt, musste gleich gestehen: „Großvater, es war nicht recht von mir, dass ich nicht hab’ von Todessprüngen leben wollen.” Albert Drach: Unsentimentale Reise. Ein Bericht, München 1990, S. 129. Diese kurze Geschichte Henkos kann auch an die Existenz von Zwetschkenbaum erinnern und die Tatsache betonen, dass das unkomplizierte, genussvolle Leben oft als strafbar gilt.

[15] Heinrich von Kleist: Gebet des Zoroaster, in: ders.: Sämtliche Werke, München 1982, S. 934. Kleist verweist hier auf die Authentizität des Textes, indem er eine kurze Information voranstellt: „Aus einer indischen Handschrift, von einem Reisenden in den Ruinen von Palmyra gefunden. Der Dichter zeigt zugleich seine Faszination von der Figur des Zoroaster, der in der abendländischen Kultur auch Zarathustra genannt wird. Die Attraktivität der beiden Mädel hat dagegen auch eine Begründung. Karl Rosenkranz weist darauf hin, dass die Schönheit als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung aufgefasst werden kann. Vgl. Karl Rosenkranz, in: Norbert Schneider: Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne, Stuttgart 1996, S. 99.

[16] Hans Magnus Enzensberger: Der Untergang der Titanic. Eine Komödie, Frankfurt am Main 1996, S. 9. Diese Verse findet man im ersten Gesang der Komödie.

[17] Vgl. Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen, Berlin 1919, S.242–247. I seiner Arbeit nennt Jaspers noch weitere Grenzsituationen: Kampf, Tod und Zufall.

[18] Walter Benjamin: Schicksal und Charakter, in: ders.: Sprache und Geschichte. Philosophische Essays, hrsg. v. Rolf Tiedemann, Stuttgart 1995, S. 99.

[19] Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre, in: ders.: Werke Kommentare und Register Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, Bd. 7: Romane und Novellen II, hrsg. v. Erich Trunz, München 1989, S. 136.

[20] Albert Drach: Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum, S. 20.

[21] Anna Zaschke: Hoffnung und Skepsis. Aus einem Interview, in: Der Bogen 23, o. S.

[22] Vgl. Albert Drach: Kurzbiographie Albert Drach von ihm selber verfasst, in: Der Bogen 23, o. S.

[23] Albert Drach: Gedichte, hrsg. v. Reinhard Schulte, Wien 2009, S. 128. Es handelt sich hier um den 10. Band der neuesten kritischen Ausgabe der Werke von Drach, die beim Zsolnay-Verlag erschienen ist.

[24] Albert Drach: Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum, S.210. Im noch nicht publizierten Essay I  beschreibt der Autor das genannte Phänomen weiter: Wenn Gott eine Urgewalt bedeuten und Urintelligenz sowie Urschöpferkraft haben soll, dann könne er weder für gut noch für böse gehalten werden. Neben der Gestaltung müsse ihn auch Zerstörung kennzeichnen. Er pflichtet dem Marquis de Sade bei, nach dem Gott auch im Dolch des Mörder sei. Vgl. Albert Drach: Essay I. Die Abschaffung Gottes und dessen Ersatz durch die Behörde. 1969–1981, S. 2.

[25] Es handelt sich um den Satz: „Dann kam das Wort an Stella Blumentrost. Sie erhob sich, sagte >>Ich<<-- und setzte sich wieder.“ Albert Drach: Untersuchung an Mädeln. Kriminalprotokoll, S. 352. 

[26] Ebd. S. 346.

[27] Ebd.

[28] Vgl. Heinrich Böll: Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral, in: Heinrich Böll Werke. Romane und Erzählungen 3. 1961–1971, hrsg. v. Bernd Balzer, Köln 1989, S.312–314.

[29] Joseph Roth: Radetzkymarsch. Roman, München 1994, S. 196.

[30] Albert Drach: Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum, S. 270.

[31] Vgl. Eva Schobel: Albert Drach. Ein wütender Weiser, Salzburg/Wien/Frankfurt am Main: 2002, S. 245f.

[32] Vgl. ebd., S. 247.

[33] Vgl. Albert Drach: Kurzbiographie Albert Drach von ihm selber verfasst, in: Der Bogen 23, o.S.

[34] Vgl. Michael Cerha: Der Tod hat das Protokoll geschlossen. Österreichs Gegenwartsliteratur verlor mit Albert Drach ihren störrischen Doyen, in: Der Standard, 29.03.1995.

[35] Albert Drach: Untersuchung an Mädeln. Kriminalprotokoll, S.262.

[36] Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, in: ders.: Sämtliche Werke, hrsg. v. Paul Stapf, Berlin/Darmstadt 1962, S. 1034.

[37] Vgl. ebd. 

[38] Kleist zeigt die Anwendung seiner Theorie auch in einem anderen Text, und zwar in Allerneuester Erziehungsplan, wo einige Situationen aus dem Alltag angeführt werden. Vgl. Heinrich von Kleist: Allerneuester Erziehungsplan, in: ders.: Sämtliche Werke, München 1982, S. 937ff.

[39] Albert Drach: Untersuchung an Mädeln. Kriminalprotokoll, S. 183 und auch 188.

[40] Ebd., S. 187.

[41] Ebd., S. 189.

[42] Vgl. Ernst Fischer: Von Grillparzer zu Kafka. Sechs Essays, o. O. 1975, S. 349. Der Autor der Essays beruft sich hier auf die Meinung von Milena Jasenská.

[43] Vgl. Ernestine Schlant: Afterword, in: Albert Drach: Unsentimental Journey. A Report by Albert Drach, Riverside, California 1992, S. 348.

[44] Vgl. Hermann Hesse: Kafka-Deutungen, in: ders.: Lesebuch. Erzählungen, Betrachtungen und Gedichte, Frankfurt am Main 1992, S. 366.

[45] Vgl. Ernestine Schlant: Afterword, in: Albert Drach: Unsentimental Journey. A Report by Albert Drach, S. 348.

[46] Vgl. ebd.

[47] Vgl. Ernst Fischer: Von Grillparzer zu Kafka. Sechs Essays, S. 325.